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I'll find you (POL/US 2019)

  Auf den ersten Blick ist dies eine Rosamunde-Pilcher-Erzählung, mit dem Unterschied, dass die Handlung nicht auf einem englischen Landgut spielt, sondern im Polen des zweiten Weltkrieges. Auf den zweiten Blick ist der Film gefangen in seiner TV-Ästhetik, von der er sich auch bis zuletzt nicht befreien kann. Dann aber kommt der dritte Blick und dieser zeigt uns die Bedeutung des Films gerade in Zeiten, in denen Rassismus und Faschismus wieder verstärkt an die Oberfläche gelangen und Zuspruch erhalten. Für das Online-Magazin FILM PLUS KRITIK habe ich mit den Film näher angesehen und meine Eindrücke in einem Text zusammengefasst.

Überlebensschuld und Traumabewältigung in Godzilla Minus One (JPN 2023)

Godzilla Minus One   (JPN 2023) unterscheidet sich in vielen Dingen von den zahllosen Vorgängern aus Ost und West. Einerseits ist die Riesenechse endlich einmal wieder eine Bedrohung und nicht ein Art Beschützer, die noch zerstörerischer sind als sie selbst. Andererseits bilden die menschlichen Schicksale einen bedeutsamen Faktor im Film und sind keine nervigen Pausenfüller zwischen zwei Actionsequenzen. Godzilla Minus One   ist ein Genrefilm, der hinter seiner Fassade noch eine weitere Ebene bereithält, auf der nicht weniger verhandelt wird als die japanische Gesellschaft, gelesen als Schicksalsgemeinschaft. In meiner Analyse auf FILM PLUS KRITIK gehe ich genau darauf ein und beziehe die Ereignisse des Films auch auf tatsächliche Begebenheiten der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit.

Die Trilogie, die keine ist

Jährlich, am 27. Jänner erinnern wir an die Schrecken des Holocausts. Offizielle Personen besuchen an diesem Tag besondere Gedenkstätten, halten Reden und fordern, dass so etwas wie der millionenfache Mord an Menschen, nur weil sie Menschen sind, nie wieder geschehen darf. Und genau an diesem Tag kommen auch all jene Personen ans Tageslicht, die in Phrasen eine Art Gegenposition zu vertreten scheinen, nach der das Erinnern ein Ende haben sollte. Im Gegensatz zu den Offiziellen fordern sie einen Blick in die Zukunft bei gleichzeitiger Abkehr von der Vergangenheit. Dabei ist diese Form der Ignoranz so verklärend wie gefährlich und widerspricht nicht zuletzt der Definition von Lernen. Dabei ist Lernen so wichtig und im Falle des Massenmords an jüdischen und anderen Menschen während der Zeit des Dritten Reichs so immens greifbar. Es müssen jedoch nicht immer Offizielle sein, die das Wort in dieser Angelegenheit ergreifen.

Ein Visum im Kampf gegen die Nazis

Wer sich Casablanca [1] anschaut, kommt nicht umhin, die äußerst kurze Exposition[2] zu betrachten, die sich unmittelbar an das Intro des Films anschließt. Im Allgemeinen hat eine Exposition den Sinn, die Zuschauenden in die Handlung und die darin agierenden Figuren einzuführen. Im Falle von Casablanca wird auf die Einführung von Figuren zunächst verzichtet. Erst nach und nach werden die Zuschauenden die Charaktere zu Gesicht bekommen. In diesem Film beschränkt sich die Exposition darauf, die Szenerie zu präsentieren und eine zeitliche Einordnung vorzunehmen. Dabei ist „beschränken“ nicht negativ konnotiert. Im Gegenteil liegt in dieser Art der Exposition vielmehr eine besondere Fokussierung auf das Elementare des Films.